27 - 10 - 2021
Unwetter Voralarm
Einsatzart Unwetter Voralarm
Kurzbericht Gerätehäuser besetzten
Einsatzort Den Ham / KR-Hüls
Alarmierung Alarmierung per DME
am Dienstag, 29.06.2021, um 20:28 Uhr
Mannschaftsstärke k.A.
eingesetzte Kräfte
Einsatzbericht

Erstmeldung:

Ein außergewöhnlich intensiver Starkregen, der am Abend und in der Nacht über dem mittleren und südlichen Stadtgebiet Krefelds niederging sorgte für hunderte vollgelaufene Keller und überflutete Straßen. Die gesamte Feuerwehr Krefeld, die Hilfsorganisationen DRK, MHD und THW sowie überörtliche Kräfte aus den Kreisen Neuss, Viersen und der Stadt Duisburg sind seit mehreren Stunden im Stadtgebiet unterwegs und helfen bei der Beseitigung der größten Wassermassen. Es sind derzeit nur leichte Personenschäden zu vermelden, hauptsächlich Prellungen, aber auch ein Knochenbruch, die in erster Linie aufgrund von Stürzen in den Wassermassen entstanden sind. Um kurz nach 20:00 Uhr begann der Regen über Krefeld niederzugehen und steigerte sich sehr schnell in einen ausdauernden Sturzbach, der die Aufnahmekapazitäten der Kanalisation und Wasserabflüsse im Stadtgebiet überforderte. Bis 02:00 Uhr in der Nacht waren bereits mehr als 2000 Anrufe in der Leitstelle der Feuerwehr Krefeld eingegangen, davon mehr als 800 Notrufe, die bis zu diesem Zeitpunkt bereits 600 Einsatzstellen zur Folge hatten. Hauptsächlich im Süden der Stadt waren hunderte Keller zum Teil bis zum Erdgeschoss voll Wasser gelaufen. Mehrere Anrufer meldeten, dass Sie mit ihren Fahrzeugen in überfluteten Unterführungen, aber auch auf der offenen Straße in den Wassermassen stecken geblieben waren und sich nicht mehr aus eigener Kraft aus den Fahrzeugen befreien konnten. Im Bereich der Hafelsstraße stürzte ein Teil eines Flachdaches ein, das den Wassermassen nicht mehr standgehalten hatte. Des weiteren fuhren die Feuerwehreinheiten zahlreiche Einsätze, die aufgrund von Nebenerscheinungen des Wetters entstanden waren, wie Rauchentwicklungen aufgrund von nässebedingten Kurzschlüssen, Gasgerüchen aufgrund aufgeschwämmter Substanzen oder Ölen, Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen wegen feuchter Leitungen, etc. Bis 02:00 Uhr waren bereits ca. 300 Frauen und Männer von Feuerwehr, THW, DRK, MHD und aus den benachbarten Kreisen und Städten tätig. Die Bewältigung dieses Unwetterereignisses wird die Feuerwehr und die Mitarbeiter der Stadt sowie der technischen Stördienste noch mehrere Tage beschäftigen.

 

Folgemeldung:

Das Starkregenereignis der Nacht beschäftigt die Einsatzkräfte in Krefeld noch immer. Insgesamt sind bislang ca. 500 Einsatzstellen gemeldet worden. Bei den in der letzten Meldung angegebenen 600 Einsätzen waren einige dabei, die entweder doppelt gemeldet oder vom Anrufer wieder abbestellt wurden. Derzeit laufen in der Leitstelle der Feuerwehr aber immer noch fast minütlich Einsätze auf, die auf das Unwetter zurück zu führen sind. Von den gemeldeten Einsätzen sind ca. 130 noch nicht abgearbeitet. Bei der Menge der eingegangenen Notrufe war sie Einsatzleitung gezwungen, die Einsätze zu priorisieren. Daher mussten die Bürgern teils stundenlang auf Hilfe warten, da alle in Krefeld zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte im Einsatz waren oder für den Grundschutz und besonders kritische Einsätze zurückgehalten werden mussten. Anrufer, die kleinere Schäden meldeten, mussten teilweise abgewiesen werden. Die meisten Anrufer hatten dafür vollstes Verständnis. In der Nacht waren alle Einheiten der Feuerwehr Krefeld im Einsatz. Diese wurden durch Feuerwehren aus dem Rheinkreis Neuss und dem Kreis Viersen sowie aus Duisburg verstärkt. Auch das THW hat Krefeld in dieser Nacht wertvolle Hilfe geleistet. Das Deutsche Rote Kreuz hat während des gesamten Einsatzes die Verpflegung der ca. 300 Einsatzkräfte übernommen. Da die Einheiten, die in der Nacht eingesetzt waren dringend abgelöst werden mussten, hat sich die Einsatzleitung in Krefeld frühzeitig entschieden, eine Feuerwehrbereitschaft im Rahmen der sogenannten vorgeplanten überörtlichen Hilfe NRW anzufordern. Hierbei handelt es sich um sehr leistungsfähige Einheiten, die aus ca. 135 Einsatzkräften bestehen und die in relativ kurzer Zeit aus anderen Städten vorgeplant angefordert werden können. Diese Einheiten sind in der Lage auch größere Einsatzlagen eigenständig abzuarbeiten und sind somit ein wichtiger Baustein im System der Gefahrenabwehr in NRW. Daher kann es durchaus sein, dass heute Feuerwehrfahrzeuge aus Wuppertal, Remscheid oder Solingen Einsätze in Krefeld abarbeiten. Die Bewältigung der Einsätze wird sicher noch den ganzen Tag beanspruchen. Glücklicherweise wurde bei dem Ereignis niemand ernsthaft verletzt. Allerdings ist ein sehr hoher Sachschaden entstanden. So sind beispielsweise bei einem Küchenstudio Teile des Daches eingestürzt, da dieses den Wassermassen nicht mehr standhielt. Mehrere Tiefgaragen liefen bis zur Decke voll mit Wasser. Auch wurde eine Straße unterspült. Die Einsätze der Feuerwehr werden sicher noch etliche Stunden dauern. Die Beseitigung aller Schäden noch einiges länger.

 

Der Löschzug Hüls konnte gegen 07:00Uhr das Gerätehaus anfahren und die Bereitschaft beenden.

 

Quelle: Presseportal Feuerwehr Krefeld

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