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Muss man ausgerechnet bei Nacht mit Martinshorn ( Sondersignal ) zum Einsatz fahren?

 

In Ihrem Wohnumfeld herrscht herrliche Ruhe; es ist halb zwei Nachts und Sie schlafen tief und fest. Das ist auch gut so, da Sie am nächsten Morgen wieder fit sein müssen, um die Anstrengungen des Tages gut zu meistern. 

Plötzlich werden Sie durch ein enorm lautes Geräusch aus dem Schlaf gerissen. Sie hören ein „Martinshorn“ da Ihre örtliche Feuerwehr unterwegs ist. Sie denken: „typisch Feuerwehr - die müssen auch noch mitten in der Nacht so einen Krach machen!“

In irgendeinem Gebäude hat eine automatische Brandmeldeanlage ausgelöst und sofort die Feuerwehr alarmiert. Wie so oft bei Brandmeldeanlagen stellt sich jedoch heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelt. Und so muss die Feuerwehr wieder unverrichteter Dinge einrücken. 

Am nächsten Morgen treffen Sie Ihren Nachbarn beim Zeitung- oder Brötchenholen und stellen Sie sich vielleicht gemeinsam die Frage, ob es wirklich notwendig war, dass die Feuerwehr mitten in der Nacht mit eingeschaltetem Martinshorn unterwegs war. Doch diese emotional geprägte Diskussion ist unbegründet. Die Straßenverkehrsordnung beinhaltet eine klare Regelung, in der die Nutzung von so genannten Sonder- und Wegerechten im Straßenverkehr eindeutig festlegt wird. 

In § 38 der Straßenverkehrsordnung ist deutlich dargestellt, dass ein Rettungsfahrzeug ( sei es nun die Feuerwehr oder der Rettungsdienst ) seine Wegerechte nur in Anspruch nehmen kann, wenn es gleichzeitig Blaulicht und Martinshorn eingeschaltet hat. Sollte ein Fahrzeugführer aus eigenem Antrieb heraus das Martinshorn nicht einschalten, so handelt er fahrlässig und kann bei einem Schadensfall in Regress genommen werden. 

Denken Sie bitte auch vor allem daran, dass kein Fahrzeug einer Rettungsorganisation ohne triftigen Grund, nur aus einer Laune heraus, mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs ist. Vielmehr ist es zu Personen auf dem Weg, die sich in diesem Moment in einer für Leib und Leben bedrohlichen Situation befinden und auf fremde Hilfe dringend angewiesen sind. Man sollte aber auch bedenken, dass man sich selber einmal sich in solch einer Situation befinden kann und für schnelle Hilfe dankbar ist. 

Gerade nachts mit einem relativ geringen Verkehrsaufkommen rechnet niemand wirklich mit schnell fahrenden Einsatzfahrzeugen; oftmals sind die Menschen in der Nacht nicht so Aufnahmefähig wie sonst und nehmen ihre direkte Umwelt erst im letzten Moment wahr. Für die Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei stellt dieses Verhalten immer wieder ein Problem dar. Folglich ist das Martinshorn in einigen Situationen unerlässlich. 

Wir bauen deshalb auf Ihr Verständnis, wenn das nächste Mal ein Rettungsfahrzeug mit Sondersignal durch Ihre Wohnstraße fährt und Sie eventuell in Ihrem wohlverdienten Schlaf stört.

Sie haben ja die Möglichkeit, sich wieder bequem in Ihrem Bett umzudrehen und weiterzuschlafen. Die Feuerwehrleute, die bis vor wenigen Minuten ebenfalls noch in ihren Betten lagen um Kräfte für den an nächsten Morgen anstehenden Arbeitstag zu sammeln, haben eventuell in den nächsten Stunden keine Gelegenheit mehr zu schlafen und müssen am nächsten Morgen ebenso zur Arbeit wie Sie. 

Und wenn Sie sich selber einmal in einer Situation befinden sollten, in der Sie auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen sind, werden Sie sicherlich für einen schnellen Einsatz dankbar sein. Und dann wäre es für Sie auch eher nebensächlich, ob Nachbarn oder andere Bürger vielleicht durch die anrückende Feuerwehr geweckt würden.


Bitte haben Sie Verständnis für Ihre Feuerwehr.

 

 

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